Abend der Avantgarde im Odeon Theater

Russisches Leiden einer Schriftstellerin unter der stalinistischen Zensur und den eigenen psychischen Zuständen am Vorabend des Ersten Weltkrieges, übersetzt von einer 15-köpfigen Tanz/Musik/Schauspiel-Gruppe, die sich lange und gut kennt, in einen Abend organisch-beweglicher Körper-, Sprach- und Bühnenbilder. Ja, genau. So würde ich das zusammenfassen.
“… am Abend der Avantgarde” nach „Enuma Elisch“ von Anna Achmatowa in der Übertragung von Alexander Nitzberg. Eine Inszenierung des Serapion Ensembles unter der Leitung von Erwin Piplits und Mario Mattiazzo. Wien, 12. April 2016 [rezension]

Weitere Termine: 12.–16., 19.–22., 26.–28. April; 3.–7. Mai – je 20 Uhr.

Odeon Theater Wien, Produktion 'Am Abend der Avantgarde', 2016

Weiterlesen

A Story of O. & I.

Die Wiederbegegnung von Iphigenie und Orest, ihrem ebenfalls vom Schicksal erschütterten Bruder, ist für das Werk X von Lise Lendais und ihrem Ensemble als apokalyptische Fabel in ein konzentriertes Ton- und Bildgemälde phantasiert worden. Der Verstehensprozess wurde dabei bewusst verhindert. Das Ergebnis ist sperrig und schön.
„A Story of O. & I.“ von Lise Lendais und Bühnenspiel in Kooperation mit Werk X und fiveseasons/Frühlingsresidenz. Wien, 3. April 2016 [rezension]

weitere Termine: 5., 6., 11., 12. und 13. April 2016 – Beginn je 20 Uhr

story5.JPG

Weiterlesen

Twitter-Kritik „Dunkelstein“ im Nestroyhof/Hamakom

02. März 2016

Gestern wurde Robert Schindels Lesedrama „Dunkelstein“ im Theater  Nestroyhof/Hamakom uraufgeführt. Ich habe Twitter als Form der live-Kritik ausprobiert. Das heißt Tippfehler und Ausdruck primärer Eindrücke und stellt vielleicht das krasseste Gegenstück zur traditionellen, journalistischen Theaterkritik dar.

Hier zum Protokoll:

Screen Shot 2016-03-02 at 15.07.47.png
Weiterlesen

early Handke (female, 2016)

Die Selbstbezichtigung. Volkstheater Wien im Volx/Margareten. Regie: Dusan David Parizek, Text: Peter Handke.
8. Februar 2016

Stefanie Reinsperger und Dusan David Parizek, ich liebe euch dafür, dass ihr meinen Handke wirklich ins Jahr 2016 geholt habt. Eure kritische und feministische Überarbeitung hat den Text aus dem historischen Kontext (70er, weiß/männlich) gelöst und heutig, weiblich wiederbelebt. Danke dafür! Danke!

Vorweg muss ich, glaub ich, sagen, dass ich mich die zweite Hälfte meines Studiums (also die wichtige) fast ausschließlich mit Peter Handke beschäftigt habe. Ich habe über „Wunschloses Unglück“ geschrieben und alles gesehen, was man sehen kann auf Film und im Theater. Ich habe eine Diplomarbeit über Väterfiguren in Handke-Texten begonnen und eine Diplomarbeit über Handke-Theater beendet. Möglicherweise bin ich etwas vorbelastet, wenn ich in den Fünften (Wiener Gemeindebezirk) fahre um die „Selbstbezichtigung“ zu sehen.

Weiterlesen

Digital Humanities. A first impression

The ivory tower’s 21st century innovation lab is awesome! Humanities in the digital era move focus from text to design.

What is „Digital Humanities“? One might think, Digital Humanities is what we do every day: googling critical views on humanistic subjects, reading digital versions of printed books we can’t afford or have no / are to lazy to have physical access to. Plus, we communicate with fellow scholars via digital mail services. But why did they give my digital tooling around such an impressive term as „digital humanities“?

Because it doesn’t simply mean to use your computer while doing research.

Weiterlesen