Grüner Kakadu: What are you doin‘?

Der grüne Kakadu – Schauspielhaus Wien, Text: Arthur Schnitzler/Bernhard Studlar. Regie: Lucia Bihler.
2. Februar 2016
0. Kurzfassung

Artur Schnitzlers Stück „Der grüne Kakadu“ (UA: 1899, Burgtheater Wien) thematisiert die und spielt an der Schwelle von Wahrheit und Lüge, Realität und Schauspiel und ist an einem der wesentlichsten Umbrüche der Europäischen Geschichte angesiedelt. „What are you doing?“ muss man als Zuseherin die Bühnenfiguren fragen, und zwar alle: sich brutal anbiedernde Etablissementbetreiber_innen, Liebhaber_innen und den niedergehenden Adel, blind vor Lust. Doch habe ich mich an einigen Stellen, vor allem in der ersten halben Stunde, auch häufig gefragt, was das für eine Produktion ist, die ich auf der Bühne des Schauspielhauses sehe. Dem Publikum scheint es gefallen zu haben: Die Schauspieler_innen müssen dreimal heraus zum Applaus. Ich freu mich über zwei, drei schöne Momente, fühle mich aber von dieser Art Regietheater nicht abgeholt.

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Theater&Marketing. Auf der Suche nach dem Punk.

Der folgende Text stellt nicht mehr und nicht weniger als die Transkription meiner Gedanken während der Vorstellung dar. Vermutungen über den Fortgang der Inszenierung wurden nur aufgenommen, wenn sie sich bis Stückende nicht als Unrichtig bewiesen haben. Ich möchte mich im Vorhinein für jede Fehleinschätzung aufgrund von Unverständnis entschuldigen und bitte in diesem Fall um artikulierten (respektvoll und wertschätzend formulierten) Widerspruch.
„Punk&Politik“, Tomas Schweigen, Schauspielhaus Wien.
01.11.2015
Von Clara Gallistl

  • Ich steh leider nicht so auf Trash.
  • Die schöne Galerie ist weg. Das Bühnenbild schneidet die Galerie in der Mitte durch!
  • Man betritt den Zuschauerraum durch die Bühne. Gleich mal die Heterotopie Theater entzaubert.
  • Der Bühnenbildner Stephan Weber stellt sich vor. Er lächelt sympathisch ins Publikum. Ist mir sympathisch! (Später spricht er auf Schwytzerdütsch was er sich über das EU-Parlament in Brüssel denkt. Da hätte ich gern länger zugehört. Authentisch, sympathisch und interessant war das.)
  • Ok, die Schauspieler_innen tragen ein Manifest vor. „Sie werden hier kein… sehen“ kommt mir bekannt vor.

Versuchen die das so auf früher Handke? Nein. War wohl nur dieser erste Satz.

  • Alle Frauen (drei) tragen enge Schuhe mit hohem Absatz. Progressiv und Punk stell ich mir anders vor.

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